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Lebenslauf Micheline Calmy-Rey

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Micheline Calmy-Rey Micheline Calmy-Rey
Micheline Calmy-Rey
Eine Schweizer Politikerin der SP. | A Swiss politician.
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KANDIDATENBESCHREIBUNG: 

Micheline Calmy-Rey Lebenslauf

GER:

 

Micheline Calmy-Rey (* 8. Juli 1945 in Sitten, heimatberechtigt in Chermignon, vollständiger Name Micheline Anne Marie Calmy-Rey) ist eine Schweizer Politikerin (SP). Vom 1. Januar 2011 bis 31. Dezember 2011 war sie Bundespräsidentin der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Calmy-Rey war von 2003 bis 2011 als Mitglied des Bundesrates Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), des schweizerischen Aussenministeriums. Bereits im Jahr 2007 übernahm sie turnusgemäss das Amt der Bundespräsidentin für ein Jahr. Zudem war Calmy-Rey vom 1. November 2010 bis 31. Dezember 2010 Vizepräsidentin. Calmy-Rey kündigte am 7. September 2011 an, dass sie bei den Bundesratswahlen 2011 nicht mehr zur Wiederwahl antreten und auf Ende des Jahres 2011 zurücktreten werde.

 

Politische Tätigkeit

Die Aussenpolitik der Schweiz war traditionell geprägt von der Neutralitätspolitik und grosser Zurückhaltung. Calmy-Rey fasst die Rolle der Schweiz anders auf: Sie prägte den Begriff der «aktiven Neutralität» und setzt auf eine «öffentliche Diplomatie». Die Schweiz soll als Hüterin der Menschenrechte und als Depositarstaat der Genfer Konventionen weltweit Konflikte verhindern oder schlichten.

 

Verschiedene Aktionen kennzeichneten den Beginn ihrer Amtszeit. So überschritt sie am 20. Mai 2003 als erste offizielle ausländische Regierungsvertreterin die Demarkationslinie zwischen Nord- und Südkorea. Die auffällig roten Schuhe, die sie dabei getragen hatte, wurden später zugunsten von Opfer einer Zugkatastrophe in Nordkorea für 10'291 Schweizer Franken versteigert. Im Dezember 2003 gab sie die Unterstützung der Schweiz für die sogenannte Genfer Initiative bekannt, einen von privaten Unterhändlern entwickelten Friedensplan für den Nahostkonflikt.

 

Im Jahr 2007 war sie Bundespräsidentin. Bereits in ihrer Neujahrsansprache betonte sie ihr Engagement für eine friedliche Lösung von Konflikten. Sie betonte die Erfolge der religions-, sprach- und kulturübergreifenden Integration in der Schweiz. Sie rief die Mitbürger dazu auf, immer neu für Solidarität und gegen soziale Ungerechtigkeit einzustehen. In mehreren Reden während ihres Präsidialjahres kam sie auf die Integrationspolitik zu sprechen und setzte sich für kulturelle Vielfalt ein. In ihrer Rede am Weltwirtschaftsforum in Davos sprach sie erneut von der guten Integration fremder Kulturen und Religionen und vom Zusammenhalt der Schweiz, trotz der teilweise erheblichen sprachlichen Barrieren.

 

Als weiteren Schwerpunkt setzt sie sich für die Rechte der Frauen ein – die Gleichberechtigung ist nach ihrer Ansicht in der Schweiz in vielen Bereichen noch heute nur auf dem Papier vorhanden. Calmy-Rey engagierte sich für eine Gleichberechtigung in Wirtschaft und Politik und befürwortete die sogenannte Quotenregel, wonach Parlamente einen Mindestanteil an weiblichen Mitgliedern haben sollen. Aufmerksamkeit erreichte sie mit ihrem Auftritt zur Nationalfeier am 1. August 2007, als sie trotz Sicherheitsbedenken (in den vorangegangenen Jahren hatten Rechtsextreme die Rütlifeiern teilweise massiv gestört) darauf bestand, an einer besonders für Frauen organisierten Feier auf dem Rütli teilzunehmen.

 

Der dritte Schwerpunkt ihrer Politik bilden die Menschenrechte. Die Schweiz spielte eine wichtige Rolle bei der Bildung des UN-Menschenrechtsrates. Auch während ihres Präsidialjahres kam sie mehrfach darauf zu sprechen. Am 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, hielt sie eine Ansprache, in der sie die Wichtigkeit des Einsatzes jedes Einzelnen für deren Wahrung hervorhebt.

 

Calmy-Rey wird von ihren Befürwortern zugutegehalten, im Falle von konstatierten Menschenrechtsverletzungen in anderen Staaten diese auch dann noch für ihre Verstösse zu kritisieren, wenn durch ihre Interventionen andere (zum Beispiel wirtschaftliche) Interessen der Schweiz betroffen werden könnten. So hat sie in ihrer Amtszeit schon mehrere Botschafter und hohe Diplomaten ins Aussenministerium zitiert, darunter den türkischen, den chinesischen und den amerikanischen. Als Mittel für Verbesserungen setzt sie auf den Dialog auch mit Regierungen, mit denen andere westliche Länder den Kontakt abgebrochen haben.

 

Mitte März 2008 reiste sie nach Teheran, um neben einem Besuch beim iranischen Staatschef Mahmud Ahmadinedschad der Unterzeichnung eines Erdgas-Liefervertrages für das Schweizer Energieunternehmen Elektrizitätsgesellschaft Laufenburg beizuwohnen. Aufsehen erregte sie, da sie auf den offiziellen Fotos vom Besuch beim Staatschef ein Kopftuch trug. Sie dementierte jedoch, das als Zeichen der Unterordnung getan zu haben, vielmehr habe sie sich örtlichen Gesetzen angepasst.

 

Am 28. März 2008 eröffnete sie persönlich die Schweizer Botschaft in Priština (Kosovo). Die Schweiz hat nach dem Vereinigten Königreich als zweiter Staat einen Botschafter in den jungen Staat Kosovo entsandt. Die Aussenministerin war nach ihrem schwedischen Amtskollegen, dem ehemaligen Balkan-Unterhändler Carl Bildt, das zweite ausländische Regierungsmitglied, das seit der Unabhängigkeitserklärung Kosovos das Land besuchte.

 

Micheline Calmy-Rey sieht die Rolle der Schweiz als Land ohne koloniale Vergangenheit in der diplomatischen Vermittlung und Mediation bei der Bewältigung von Konflikten zwischen anderen Staaten. So leitet die Schweiz etwa die Verhandlungen zwischen der Türkei und Armenien um die Beilegung des Grenzkonfliktes, sie vertritt die Interessen der Vereinigten Staaten im Iran sowie die Interessen Georgiens in Russland und diejenigen Russlands in Georgien.

 

Nach ihrem Ausscheiden aus dem Bundesrat plädierte Calmy-Rey in einer öffentlichen Stellungnahme am 2. Februar 2014 für einen Beitritt der Schweiz zur Europäischen Union. Zur Begründung äusserte sie die Ansicht dass die Schweiz auf diese Weise mehr Einfluss auf europäische Entscheidungen bekommen könne, von denen sie unmittelbar betroffen sei.

 

quelle

 

 

ENG:

 

Micheline Anne-Marie Calmy-Rey (born 8 July 1945) is a Swiss politician. She was Switzerland's foreign minister as head of the Federal Department of Foreign Affairs. She was also a member of the Swiss Federal Council from 2003, and was President of the Confederation in 2007 and again in 2011. She resigned her office as member of the Federal Council on 31 December 2011.

 

Political career

From 1981 to 1997 Calmy-Rey served as a representative in the Grand Conseil of the canton of Geneva as a member of the Social Democratic Party (PSS/SPS), and was president of the assembly during 1992-1993. She was president of the Geneva section of the party from 1986 to 1990 and again from 1993 to 1997. In 1997, Calmy-Rey was elected to the Conseil d'Etat of Geneva. In 2001, she became head of the Finance Department and president of the Conseil d'Etat.

 

She was elected on 4 December 2002 to the Federal Council, heading the Federal Department of Foreign Affairs. Calmy-Rey is the fourth woman elected to the Federal Council in history. On 7 December 2005 she was elected Vice-President of Switzerland, a post she held for the calendar year of 2006. Calmy-Rey supports Switzerland joining the European Union and she is an Eminent Member of the Sergio Vieira de Mello Foundation.

 

On 1 January 2007, she became the second female President of the Confederation in history, the first having been her predecessor on the Federal Council, Ruth Dreifuss. She was elected as President on 13 December 2006 by 147 votes. As President of the Confederation, she presided over meetings of the Federal Council and carried out certain representative functions that would normally be handled by a head of state in other democracies, (though in Switzerland, the Federal Council as a whole is regarded as the head of state). She was also the highest-ranking official in the Swiss order of precedence.

 

Calmy-Rey was chosen as vice president for 2010, serving alongside Doris Leuthard. On 8 December 2010, she was chosen, for the second time, as President for 2011 (by 106 votes on 189, i.e. the worst result in Swiss history on such issues) --the first time two women will have held the post in succession. She announced in September 2011 that she would resign from the government in the following December.

 

Calmy-Rey is a member of the Council of Women World Leaders, an International network of current and former women presidents and prime ministers whose mission is to mobilize the highest-level women leaders globally for collective action on issues of critical importance to women and equitable development.

 

source

7. Januar 2013

updated: 2014-07-07

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