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Peter Sodann

''Köhler wird den ersten Platz einnehmen''

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Peter Sodann, Bundespräsidentschaftskandidat der Linkspartei, sorgt seit seiner Nominierung vor allem für eines: Ärger. Er selbst glaubt nicht an seine Wahl: ''Ich nehme stark an, dass Horst Köhler den ersten Platz einnimmt, Frau Schwan die Vorletzte wird, und ich bekomme die bronzene Medaille.''

Von Nicole Diekmann, tagesschau.de

 

Peter Sodann, Bundespräsidentschaftskandidat der Linkspartei, sorgt seit seiner Nominierung vor allem für eines: Ärger. Er selbst glaubt nicht an seine Wahl: ''Ich nehme stark an, dass Horst Köhler den ersten Platz einnimmt, Frau Schwan die Vorletzte wird, und ich bekomme die bronzene Medaille.''

 

Von Nicole Diekmann, tagesschau.de

 

Als die Linkspartei im Oktober verkündete, den ehemaligen ''Tatort''-Kommissar Peter Sodann gegen die SPD-Kandidatin Gesine Schwan und den amtierenden Bundespräsidenten Horst Köhler ins Rennen zu schicken, sorgte sie damit für Aufruhr: Dem Parteivorsitzenden Oskar Lafontaine gehe es mit der wohl aussichtlosen Personalie nicht um das Amt, sondern um Rache an seiner einstigen Partei, der SPD, denn ein weiterer Kandidat würde die Chancen deren Kandidatin schwächen, hieß es damals.

 

Die Linkspartei zweifelt am eigenen Kandidaten

 

Der Ärger hielt an, doch bereitete ihn vor allem der Kandidat denjenigen, die ihn unterstützen: Deutschland sei eine ''beschädigte'' Demokratie, sagte Sodann kurz nach seiner Nominierung. Und als sei ihm der Aufruhr, den diese Äußerung verursachte, gerade recht, legte er noch nach: Er würde den Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann gern verhaften, ließ Sodann verlauten. Aussagen, die auch bei der Linkspartei Zweifel an der Nominierung des 72-Jährigen mehrten.

 

Nicht mal er selbst rechne damit, die Bundespräsidentenwahl im kommenden Mai zu gewinnen, sagte Sodann im Chat mit tagesschau.de-Lesern: Er nehme ''stark an, dass Horst Köhler den ersten Platz einnimmt, Frau Schwan die Vorletzte wird, und ich bekomme die bronzene Medaille.'' Eine nicht-repräsentative Umfrage, wonach 73 Prozent der Chat-Gäste ihn nicht als Bundespräsidenten haben wollen, kommentierte Sodann mit ''Ich habe auch nicht gesagt, dass ich es unbedingt werde. Ich habe nur gesagt, dass ich es werden will''.

 

Sollte er wider Erwarten doch ins Schloss Bellevue einziehen, werde er sich für Chancengleichheit einsetzen, Wege gegen Kinderarmut und Hartz IV suchen, sagte Sodann. ''Sehr wichtig ist mir die Würde des Menschen und ein Bildungs- und Kulturprogramm, was auch die industrielle, wirtschaftliche Globalisierung im Auge hat''.

 

Abzug aus Afghanistan, Abkehr vom Kapitalismus


Konkreter wurde Sodann bei den Themen Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr (''Abzug'') und Kapitalismus, von dem man sich seiner Ansicht nach abkehren müsse. Ungewohnt vorsichtig beantwortete der gebürtige Meißener jedoch die Frage eines Users nach seiner Meinung zum Sozialismus: Das Wort sei ''stark verunsichernd'', man könne es ''im Moment nicht allzu laut aussprechen''. ''In besseren Händen'' als zu Zeiten der DDR könne der Sozialismus aber ''eine Variante'' sein. Eindeutig hingegen beantwortete Sodann die Frage, ob er die Überwindung des Kapitalismus befürworte: ''Ja.''

 

Eine Frage, die viele Leser von tagesschau.de interessierte: Wie der parteilose Sodann sich von der Linkspartei unterstützen lassen könne - sie sei doch die Nachfolgerin der SED. Sodann, der neun Monate in einem DDR-Gefängnis saß und nach der Wiedervereinigung erfuhr, dass zu Spitzenzeiten knapp 100 Stasi-Spitzel auf ihn angesetzt gewesen waren, antwortete: ''Es ist jetzt 18 Jahre danach. Ein Lebenslänglicher wird üblicherweise nach 15 Jahren begnadigt. Ich habe sie alle begnadigt. Wo eine Schuld ist, muss auch Vergebung sein.''

 

Unversöhnlicher steht er den Medien gegenüber: Journalisten würden seine Positionen absichtlich missverstehen und falsch deuten, um sich auf seine Kosten zu profilieren: ''Die Dummheit, mit der manche Argumente geführt werden'', lasse ihn so denken, sagte Sodann.

 

Von den Medien gescholten, in der Politik und dort sogar innerhalb der ihn unterstützenden Partei umstritten, kaum Chancen, Bundespräsident zu werden - da überrascht das Fazit Sodanns: Er würde sich trotzdem wieder zur Wahl stellen.. ''Ich hätte gar nicht gedacht, dass ich soviel Aufmerksamkeit erzeugen kann. Also ist doch was falsch im Staate Dänemark.''

 

Quelle: tagesschau.de

 

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