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Gerhard Frey

Die NPD bekommt Konkurrenz

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Junger Parteichef, neuer Chefideologe, millionenschwerer Gönner: Die rechtsextreme DVU formiert sich neu - und profitiert vom Chaos bei der NPD

 

Monatelang waren die Medien gefüllt mit Finanzquerelen und Führungskämpfen der NPD. Abseits der öffentliche Aufmerksamkeit hat sich derweil die zweitwichtigste rechtsextremistische Partei, die Deutsche Volksunion (DVU), gründlich erneuert: Sie hat einen jungen Vorsitzenden, einen neuen Chefideologen und offenbar auch einen neuen, millionenschweren Gönner. Gut möglich, dass das jahrelange Siechtum der Partei damit erstmal beendet ist – und die NPD bald ernsthafte Konkurrenz bekommt.

Seit den neunziger Jahren hatte die DVU in der rechtsextremen Szene beständig an Einfluss verloren. Autokratisch geführt vom Münchener Verleger Gerhard Frey, gelang ihr mit millionenschweren Wahlkämpfen zwar immer mal wieder der Einzug in Landesparlamente, in Schleswig-Holstein etwa oder Sachsen-Anhalt. Aber die DVU-Fraktionen machten dann vor allem durch Skandale und Selbstzerfleischung von sich reden. An eigenständigen Landesverbänden hatte Frey kein Interesse, die Partei glich eher einem Lesezirkel für seine National-Zeitung.

Nach Wahlabsprachen mit der NPD gelang der DVU 2004 in Brandenburg immerhin der Wiedereinzug in einen Landtag. Aber vom sogenannten "Deutschland-Pakt" profitierte die NPD viel stärker, sie überholte die DVU im vergangenen Jahr auch bei den Mitgliederzahlen. Die NPD hat am vergangenen Wochenende auf ihrem Parteitag ihre Führungskämpfe vorerst geklärt – durch Radikalisierung: Aus dem Bundesvorstand zogen sich die Leute zurück, die für ein bürgerliches Auftreten der NPD plädieren, der militante und hitleristische Flügel gewann weiter an Einfluss. Das öffnet nun Chancen für die moderatere DVU. Sie hat sich aus ihrer Sicht im genau richtigen Moment neu aufgestellt.

Ein neuer Vorsitzender

Mit Matthias Faust wählte die Partei im Januar auf einem wenig beachteten Parteitag einen Vorsitzenden, der mit 37 Jahren gerade halb so alt ist wie Parteipatriarch Gerhard Frey. Faust kommt aus einer Vertriebenenfamilie, war acht Jahre bei der Bundeswehr, hat bis zum 1. Staatsexamen Jura studiert. Mit 15 war er in Hamburg in die Junge Union eingetreten – aber, erzählt er, nachdem der homosexuelle Ole von Beust dort die Partei auf einen liberalen Kurs brachte, "sagte mir die CDU nicht mehr zu". Faust versuchte kurz, bei den Republikanern einzusteigen, doch der Hamburger Landesverband war gerade zur NPD übergelaufen. Au. h dort hielt Faust es nicht lange aus, der heutige Bundesvize Jürgen Rieger ekelte ihn aus der Partei.

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Von Toralf Staud

 

© ZEIT ONLINE 10.4.2009 - 09:15 Uhr


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