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„Blickpunkt Bundestag“ wirft fünf Polit-Porträts raus.

 

Am 3. Oktober erscheint wieder das Magazin „Blickpunkt Bundestag“ mit 70 000 Exemplaren. Der neuen Ausgabe fehlen fast 30 Seiten zum geplanten Inhalt. Das hat seinen Grund: Fünf fix und fertige Porträts über Politiker, die mit der vergangenen Legislaturperiode das Parlament verlassen haben, sind nicht ins Heft genommen worden. Unter dem Stichwort „Nahaufnahme“ hätten folgende Journalisten über folgende Politiker geschrieben: Wulf Schmiese („FAZ“) über Friedrich Merz (CDU), Daniel Friedrich Sturm („Die Welt“) über Ludwig Stiegler (SPD), Matthias Meisner (Der Tagesspiegel) über Lothar Bisky (Die Linke), Gregor Mayntz („Rheinische Post“) über Horst Friedrich (FDP) und Claudia Kemmer (AP) über Winfried Nachtwei (Bündnis 90/Die Grünen). Ausgewiesene, intime Kenner des parlamentarischen Betriebs und seiner Protagonisten.

Der „Blickpunkt Bundestag“ wird vom Bundestag herausgegeben, die Redaktion liegt bei der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit. Warum die Redaktion auf die fünf Porträts verzichtet hat, wird vom Pressereferat so beantwortet: „Redaktionelle Gründe“. Das Umfeld wird genauer. Das neue Heft erscheine in einer Zwischenphase, zwischen dem Ende einer Legislaturperiode und dem Anfang einer neuen. Da habe die Redaktion, entgegen der ursprünglichen Planung, nicht mehr zurückblicken wollen, sondern nach vorne, also seien alle fünf Porträts zur Seite gelegt worden. Das weitere Umfeld wird noch genauer. Nicht die Redaktion, wohl aber die sogenannten höheren Ebenen hätten sich an der Auswahl von Ludwig Stiegler als dem SPD-Abgeordneten gestört (warum nicht Peter Struck?), noch größere Bedenken hätte es wegen des Merz-Porträts von Wulf Schmiese gegeben. Weil aber die Augenbrauen in den höheren Ebenen noch höher gewandert wären, wären nun Parlamentarier von SPD, FDP, Linken und Grünen in den „Blickpunkt Bundestag“ gerückt worden, doch keiner von der Union, ist gleich das ganze Projekt in die Spree gekippt worden.

Der „FAZ“-Korrespondent beschreibt das aufreibende Verhältnis zwischen Merz und der CDU-Vorsitzenden und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der Text liest sich so, wie Schmiese ihn im Gespräch mit dem Tagesspiegel charakterisierte: „Ich erkenne ehrlich gesagt nichts Despektierliches, es ist die exakte, um Fairness für alle Beteiligten bemühte und ausgewogen recherchierte Nacherzählung der Höhen und Tiefen des ehemaligen CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Merz.“ Er, Schmiese, sei schon verwundert, dass trotz allen Aufwands das Heft nicht erscheine. Andere Autoren wundern sich ebenso. Die Honorare wurden bezahlt, neue Texte für neues Geld bestellt.

 

Joachim Huber

 

Quelle: DER TAGESSPIEGEL (1.10.2009)


martina -
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