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Evangelische Volkspartei der Schweiz

EVP: Bildungstechnokraten kennen Schulpraxis zu wenig

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Mit der Zustimmung in zehn Kantonen und dem Volksnein in anderen steht das HarmoS-Konkordat weiter im Zwielicht. Nun entbrennt die Schlacht um den eidgenössischen Lehrplan 21. Die EVP kritisiert das Grundlagenpapier des Lehrplans und fordert, dass Lehrer schon in der Konzeptphase mitwirken. 

In einer ersten Stellungnahme bejaht die EVP eine vernünftige Harmonisierung der Bildung in der Schweiz. Doch fordert sie einen viel schlankeren Deutschschweizer Rahmenlehrplan mit verbindlichen Eckwerten Die vorliegenden Grundlagen müssten in wesentlichen Punkten überarbeitet werden, „damit ein zweckmässiger Rahmenlehrplan für eine lebendige Schulpraxis entstehen kann".

Schüler nicht über denselben Leisten schlagen
Für den Zürcher Bildungsrat und EVP-Schulexperten Hanspeter Amstutz ist das Prinzip „gleicher Schulstoff für alle", das zu einer für alle Schüler fast identischen Fächerliste führt, verfehlt. Um seine Vorbehalte zu erläutern, vergleicht der erfahrene Lehrer im Gespräch mit Livenet Schüler mit Bäumen: Die einen sind gross und wachsen gleichmässig, andere klein und wieder andere einseitig - und wer für alle Bäume dieselbe Form hinkriegen will, nutzt ihr Potenzial nicht aus. Um Kindern gerecht zu werden, gilt es die vorhandenen, Ressourcen mit Engagement zu nützen und nicht Schüler mit irrelevantem Schulstoff zu plagen. Warum sollten, fragt Amstutz, alle Oberstufenschüler zwei Fremdsprachen lernen müssen - auch jene, die mit der Standardsprache Deutsch nicht klar kommen?!
  

Handwerklich Begabte angemessen fördern
Gemäss der EVP entspricht das Prinzip „ein gleicher Schulstoff für alle" nicht den sehr unterschiedlichen Begabungsprofilen. Schwächere Schüler können so überfordert werden. „Es dient diesen Kindern kaum, wenn sie in allen Fachbereichen letztlich an den grundlegenden Kompetenzerwartungen des Lehrplans gemessen werden und nur über komplizierte Ausnahmeregelungen beurteilt werden können", schreibt die EVP. Einseitig begabte Schüler müssten dort stärker gefördert werden, wo sie Erfolgserlebnisse haben könnten, unterstreicht Amstutz. Mancher Jugendliche, der im Französischen nicht vom Fleck kommt, schafft überzeugende Leistungen im Handwerklichen.

Weichenstellungen ohne Lehrer - Schaden für die Schule
Weiter kritisiert der Zürcher Bildungsrat die ungenügende Einbindung der Lehrerschaft bei der Erstellung eines Deutschschweizer Lehrplans. Die Lehrpersonen müssten von der Anfangsphase an mitwirken. Was die „teils praxisfernen Bildungsexperten" etwa über Berufswahl schreiben, erschreckt ihn. Unterdessen haben die ersten Lehrerverbände gemerkt, dass die Mitsprache bei diesem Projekt völlig ungenügend ist. Offenbar sollen die Lehrer erst zum Zug kommen, wenn die Weichen gestellt sind. Bei den bisherigen Reformen habe sich die ungenügende Mitsprache der Lehrerschaft als verhängnisvoll für die Weiterentwicklung der Schule erwiesen. Die Bildungsexperten müssten mit den Leuten im Schulzimmer endlich in einen Dialog auf Augenhöhe treten.

Jetzt diskutieren!
Federführend im Lehrplan-Projekt ist eine Kommission der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren EDK. In der Vernehmlassung zum Grundlagenpapier hat jeder Kanton bloss eine Stimme. „Die breite Diskussion muss erst noch erfolgen", sagt Amstutz, „vor allem über grundsätzliche pädagogische Fragen". Vor diesem Hintergrund verlangt die EVP, die Grundlagen für den Lehrplan 21 in wesentlichen Punkten zu überarbeiten.
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Autor: Peter Schmid
Quelle: jesus.ch
Datum: 17.04.2009


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