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Erwin Sellering

Ein Jahr Sellering: Eine Zwischenbilanz

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Den Satz, dass er als Nachfolger Harald Ringstorffs in große Fußstapfen trete, hat Erwin Sellering schon vor einem Jahr nicht gern gehört. Jeder müsse seinen eigenen Weg gehen, lautet sein Credo. Ob er in die Fußstapfen seines Vorgängers passe sei deshalb für ihn irrelevant.

 

Zeit zur Anprobe blieb ohnehin nicht. Hatte Ringstorff zum Abschied noch mit guten Wirtschaftsdaten glänzen können, trifft zu Sellerings Amtsantritt die Krise das Land mit voller Wucht: Die Werften geraten ins Trudeln. Die Landesregierung hilft mit Krediten und Bürgschaften. Denn beim Schiffbau, so sieht es auch Sellering, geht es um das wirtschaftliche Rückrat des Landes: "Deshalb ist es das wichtigste Ziel dieser Koalitionsregierung, dass die Werften sicher durch diese Krise kommen."

 

Ziel: "Keine Neuverschuldung"

 

Die Wadan-Werften müssen dennoch in die Insolvenz. Ein neuer Investor wird zwar gefunden, aber der Preis ist hoch. Hunderte von Arbeitsplätzen, so sieht es heute aus, werden verloren gehen. In der Werftenkrise festigt sich das Verhältnis der Koalitionspartner. SPD-Mann Sellering und sein Wirtschaftsminister Jürgen Seidel von der CDU arbeiten ohne Reibungsverluste zusammen - und ohne sich auf Kosten des anderen zu profilieren.

Zu einem Markenzeichen seiner Regierung erklärt Sellering die Finanzpolitik. Sein erhrgeiziges Ziel lautet: "Keine Neuverschuldung." Daran hält er auch fest, als die Steuereinnahmen im Zuge der Krise einbrechen. Bundesweit profiliert sich der Ministerpräsident, als er gegen die sogenannte Schuldenbremse bei der Föderalismusreform kämpft, weil sein Land damit zum Geberland würde.

 

Debakel bei der Bundestagswahl 

Einen erbitterten Streit löst Sellering mit seiner These aus, die DDR sei kein totaler Unrechtsstaat gewesen. Er vertritt die Ansicht, dass bei der Wiedervereinigung nicht ein idealer Staat auf einen total verdammenswerten getroffen sei, sondern auch die DDR ihre Stärken gehabt hätte.

Scharf ins Gesicht weht Sellering der Wind in der Rolle als Landeschef seiner Partei. Bei der Kommunalwahl schneidet die Nordost-SPD schlecht ab. Ein wahres Debakel erlebt sie bei der Bundestagswahl, als die Sozialdemokraten mit gut 16 Prozent weit abgeschlagen auf dem dritten Platz landen. Die Opposition sieht darin auch eine Quittung für schlechte Regierungsarbeit. Der Fraktionschef der Linken, Helmut Holter, wirft Sellering Führungsschwäche vor. Der Ministerpräsident habe das Ruder nicht in die Hand genommen und der CDU freie Hand gelassen, meint Holter. Das schade den Menschen und den Kommunen im Land.

Auch in Sellerings SPD hat die Debatte über die Ursachen für das Bundestagswahldebakel längst begonnen - aber noch zeigt niemand mit dem Finger offen auf den Landesvorsitzenden. Fehlt ihm für die Rolle des Frontmanns - der Machtinstinkt? "Ach das wird man häufig gefragt: Ich habe sicherlich einen Instinkt dafür, wenn man ein bestimmtes Spiel angefangen hat, es möglichst gut zu Ende zu führen", glaubt Sellering. Bis zum Ende des Spiels bl. ibt ihm noch Zeit. Erst 2011 wird in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt.

Marcel Güsken

 

Quelle: NDR Info


martina -
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