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Erika Steinbach

Steinbach kritisiert "Kotau" der Buchmesse vor China

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Berlin — Nach dem Eklat bei einem China-Symposium im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse ist aus der Unionsfraktion erneut Kritik an der Messeleitung laut geworden. Deren "unterwürfiges Verhalten" gegenüber dem diesjährigen Gastland China entwickele sich "mehr und mehr zur Realsatire", erklärte die Abgeordnete Erika Steinbach (CDU) in Berlin. Chinas Botschafter warf den Veranstaltern im Gegenteil mangelnden Respekt vor.

Die Kritik entzündet sich an einem Zwischenfall vom Wochenende. Zum Auftakt eines von der Buchmesse und dem "Organisationskomitee Ehrengast China" gemeinsam veranstalteten Symposiums hatten zwei - vorübergehend ausgeladene - Regimekritiker ein Statement abgegeben. Währenddessen verließen Teile der chinesischen Delegation den Konferenzsaal vorübergehend. Messechef Juergen Boos begründete dies damit, dass der Auftritt der Regimekritiker Dai Qing und Bei Ling eine Programmänderung gewesen sei, die nicht rechtzeitig mit den chinesischen Mitveranstaltern habe besprochen werden können. Für diese "nicht erfolgte Kommunikation" habe er sich bei den Chinesen entschuldigt.

Steinbach erklärte, nicht nur sei es ein "skandalöser und blamabler Vorgang", dass die Buchmesse als Mitveranstalter des deutsch-chinesischen Symposiums Dai und Bei im Vorfeld zunächst wieder ausgeladen habe. Dass Boos sich zudem bei den Chinesen entschuldigt habe, sei ein "zweifelhafter Kotau vor den Vertretern einer Diktatur, in der Meinungsfreiheit und Menschenrechte keinen Stellenwert haben", erklärte die Sprecherin der Unionsfraktion für Menschenrechte. Mit Blick auf den geplanten Auftritt eines Kritikers des chinesischen Arbeitslager-Systems, Harry Wu, auf der Messe forderte sie die Buchmesse auf, "das freie Wort zu verteidigen".

Chinas Botschafter in Berlin, Wu Hongbo, warf den deutschen Mitveranstaltern des Symposiums derweil mangelnden Respekt vor. Deren eigenmächtige Veränderung des Ablaufs sei "inakzeptabel" gewesen, sagte Wu der "Berliner Zeitung". Deshalb hätten die Experten aus China protestiert und große Unzufriedenheit zum Ausdruck gebracht. Er hoffe, dass die Messe-Organisatoren "ihren chinesischen Kooperationspartner respektieren, um zu garantieren, dass alle Veranstaltungen Chinas reibungslos verlaufen können".

Die weltgrößte Buchmesse i. Frankfurt am Main findet vom 14. bis 18. Oktober statt. China ist in diesem Jahr Ehrengast.

 

Quelle: Google News Copyright © 2009 AFP (14.09.2009)


martina -
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